Hüftdysplasie ganzheitlich behandeln

Hüftdysplasie (HD)Die Hüftdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, die vor allem bei Hunden auftritt. Dabei passen Hüftkopf und Hüftpfanne nicht optimal zusammen, wodurch es zu einer verminderten Gelenkstabilität kommt. Die daraus entstehende Fehlbelastung kann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und langfristig zu Arthrose führen.

Erfahrungsgemäß aus meiner Kleintierpraxis treten die ersten Symptome schon sehr früh bei den Hunden auf, jedoch werden diese meist von den Tierbesitzern nicht erkannt. Erste Anzeichen können sich schon sehr dezent äußern. Viele Tierbesitzer sehen diese Anzeichen als vermeintlich normal an, da sich das Tier noch nie anders bewegt hat und genau da liegt der Punkt.

Es ist meist eine angeborene Fehlbildung des Hüftgelenks, was zu einer Bewegungsveränderung im Gangbild führt und dies ab dem Ersten Lebensjahr. So bleiben Symptome oft unendeckt und werden als normal angesehen.

Symptome:

Je nach Grad der Erkrankung sind die Symptome unterschiedlich ausgeprägt. Auch je nach dem in welchem Stadium der Erkrankung sich der Hund befindet sind die Symptome nicht Einheitlich.

Insgesamt lässt sich jedoch ein Schema erkennen:

Frühstadium (oft bei Junghunden schon erkennbar)

  • Wackeliger Gang, wird oft damit bezeichnet Umgangssprachlich: “ Der Hund wackelt mit dem Hintern“
  • Instabilitäten der Hinterbeine
  • sehr breiter Stand, mit nach außen zeigenden Zehen
  • der Hund wirkt vorne deutlich massiger als hinten

mit ca. 2-5 Jahren:

Hier kommen oft folgende Symptome dazu oder ändern sich ab:

  • Erste Kompensationslahmheiten der Vorderbeine, bei denen oft diagnostisch keine Ursache gefunden wird
  • starke Hinterbeinmuskulatur vor allem der Addukutoren an der Innenseite der Oberschenkel
  • schmerzhafte Bereiche in der Wirbelsäule
  • der Hund möchte die Hinterbeine nicht nach hinten raus strecken

mit ca. 5 Jahre und älter:

  • Folgeerkrankungen werden deutlich
  • Probleme mit deutlichen Rückenschmerzen meist im Bereich des Übergangs von der Brustwirbelsäule zur Lendenwirbelsäule (oft sogar mit Spondylosen in diesem Bereich)
  • Kreuzbandrisse
  • Bandscheibenprobleme
  • Magenprobleme
  • Hinterläufe werden muskulär immer weniger
  • Hinterbeine werden immer instabiler und unbeweglicher
  • Schmerzen beim fassen in die Leiste des Hundes
  • deutlich Einschränkung der Kraft in den Hinterbeinen
  • Aufsteh Schwierigkeiten
  • Passgang

Die Liste der Folgeerkrankungen ist leider sehr lang, da unbehandelt sich die biomechanische Veränderung der Statik sich durch den ganzen Körper zieht. Meist ist eine Seite der Hüftgelenke deutlisch schlimmer betroffen als die andere, was dazu führt, dass der Hund in eine Schohnhaltung geht und in sich schief belastet.

Aber was kann man jetzt aus meiner Sicht als Therapeut ganzheitlich behandeln?

Der Behandlungsansatz sowie der Behandlungsplan unterscheiden sich ganz stark vom Zustand des Hundes.

Zunächst müssen immer die Schmerzen und Entzündungsherde eingedämmt werden. Hier greife ich persönlich immer zur Laser- sowie Magnetfeldtherapie. Dies führt dazu, dass der Hund die Gelenke wieder mehr belasten und bewegen kann. Zusätzlich werden die verspannten, nicht mehr voll funktionsfähigen Muskeln auf massiert. Denn verspannte Muskeln können nicht mehr an und abspannen und somit sind sie nicht mehr funktionsfähig.

Da der Knorpel nur durch Druck- und Zugbelastung mit Nährstoffen versorgt wird haben diese Hunde leider oft durch Ihre Schohnhaltung einen Nährstoffmangel im Bereich des Hüft- sowie des Kniegelenks. Deshalb ist es sehr wichtig die betroffenen Gelenke passiv zu bewegen. Durch die Bewegung des Gelenks wird wieder vermehrt Synovia gebildet und das Gelenk wieder deutlich besser mit Nährstoffen versorgt.

Je nach Zustand des Hundes dauert dies ein paar Behandlungen bis wir schließlich in den Muskelaufbau gehen.

Erfahrungsgemäß erreicht man nur eine dauerhafte Verbesserung der Situation, wenn man gezielt die Muskulatur stärkt und die Schohnhaltung des Hundes auflöst. Hier greife ich anfangs vor allem zu Übungen, die jeder Tierbesitzer Zuhause in den täglichen Spaziergang mit ein bauen kann. Im folgenden beschreibe ich im folgenden:

  • Sitz- steh- sitz:
    Eine sehr einfache Übung. Du lässt deinen Hund hinsetzen und wieder aufstehen, unmittelbar hintereinander. Diese Übung ist erst dann Effektiv, wenn du die Übung mehrere male direkt hintereinander Wiederholst. Anfangs reichen oft schon 5-10 Wiederholungen.

  • Sitz- Platz- Sitz:
    Du lässt deinen Hund absitzen, aus dem Sitz hinlegen und wieder aufstehen. Dies mobilisiert die Vorderläufe und aktiviert die Bauchmuskulatur. Hier machen wieder die Wiederholungen unmittelbar nacheinander den Effekt. Auch hier fängst du 5- 10 Wiederholungen an.

  • Platz- Steh- Platz
    Du lässt deinen Hund ablegen und aus dem ablegen direkt aufstehen. Das ist ein echtes Ganzkörpertraining. Es mobilisiert alle Gliedmaßen und aktiviert die beugende sowie streckende Muskulatur. Auch hier beginnst du mit 5-10 Wiederholungen und steigerst die Wiederholungen mit der Zeit.

Achte bei den Übungen auf die Körpersprache deines Hundes. Schlecken, häufiges Blinzeln oder auch spätestens beim hecheln erkennst du, dass des anstrengend wird für deinen Hund. Mache regelmäßg Pausen und beende das Training rechtzeitig.
Unterschätze die Übungen anfangs nicht. Für viele Hunde ist es sehr anstrengend diese Übungen gezielt aus zu führen.

Schon wenige Wiederholungen können zur Erschöpfungssymptomatik führen. Baue das Training langsam auf. Lieber regelmäßig tägliche Übungen und diese in Maßen wie einmal in der Woche Powerübungen.

Zur ganzheitlichen Behandlung sollte man auch die Ernährung anpassen sowie die Nährstoffversorgung auf die Erkrankung ausrichten. Hier kann man leider keine pauschalisierte Aussagen treffen. Solltest du hier mehr Informationen haben wollen, melde dich gerne bei mir in der Praxis.